Sprachentwicklung bei Kindern – Teil 1

Geschrieben von:Pakimo auf . Veröffentlicht in Allgemein, Baby, Kindergarten, Kleinkind, Sprachförderung

Sprachentwicklung bei Kindern

… vom ersten Schrei über das Lallen bis zum Fragealter – Sprache entwickelt sich im wahrsten Sinne des Wortes und das absolut individuell. Keine Sprachentwicklung gleicht der anderen. Allein aus diesem Grund ist es für Eltern, Erzieher und alle Personen um das Kind natürlich von großem Interesse wie man die Sprachentwicklung bei Kindern optimal unterstützen kann.
Die Sprachentwicklung bildet die wichtigste Grundlage für das spätere Lesen- und Schreibenlernen. Eine gute Schullaufbahn Ihres Kindes können Sie also schon im Vorschulalter bestmöglich unterstützen. Die wichtigsten und grundlegendsten Tipps zur kindlichen Sprachentwicklung erfahren Sie natürlich auch in unserem kostenlosen E-Book „Fusselfüße & Eselhase“.

 

Meilensteine der Sprachentwicklung bei Kindern

Die Meilensteine der Sprachentwicklung bei Kindern beschreiben besonders wichtige Abschnitte der Sprachentwicklung. Wichtig ist zu wissen, dass diese Enticklungsabschnitte nicht zeitlich exakt auftreten, sondern fließend sind. Die Sprachentwicklung bei Kindern verläuft nunmal nicht nach Termin. Im Folgenden erhalten Sie eine kleine Übersicht zur sprachlichen Entwicklung bis zum 3 Lebensjahr.

  • 0. MonateDer erste Schrei wird heutzutage nicht mehr mit dem bekannten Klapps auf den Po erzwungen. Es gibt eben auch Kinder die Ihre Sprachentwicklung erst einmal langsam angehen wollen und staunen. Auch wenn die Sprachentwicklung bei Kindern schon im Mutterleib beginnt, hier hören Sie Ihr Kind das erste Mal.
  • Bis zum 5. Monat können Sie bei Ihrem Kind die sogenannte 1. Lallphase beobachten. Oft wird diese Lallphase auch als „internationales Lallen“ bezeichnet. Warum international? Ihr Baby ist ein wahres Talent, was Laute und Lautbildung angeht, denn es schreit, gurrt und sprudelt auch gern mal Laute, die es in der Muttersprache gar nicht gibt. Diese Lallphase durchschreiten auch taube Kinder.
    Wussten Sie, dass ein deutsches Baby trotzdem anders als ein französisches Baby schreit? Dies fanden Wissenschaftler der Universität Würzburg heraus. Das Schreien der Babys unterscheidet sich bezüglich der Melodie und des Rhythmus.
  • Ab circa dem 6. Monat beginnt in etwa die 2. Lallphase. Da dieser Abschnitt vom Hören gesteuert wird, sollten Sie sich unbedingt beraten lassen, wenn Ihr Kind plötzlich verstummt. Auch das „internationale Lallen“ tritt nun nicht mehr auf, da sich Ihr Baby auf die Laute der Muttersprache beschränkt und sehr gern Silbenketten, wie zum Beispiel „ba-ba-ba-ba…“, brabbelt. Es versucht sich im Sprechen und möchte natürlich  bei Ihnen abschauen …  Auch Gesichter kann das Kind zunehmend besser verstehen, so lernt es Gesichter in Zusammenhang mit einem Tonfall zu bringen.
  • Mit ungefähr 9. Monaten spricht das Kind besonders gern Doppelsilben, wie zum Beispiel „Ma-ma“ oder „Ba-Ba“. Diese werden auch gern mit dem ersten Wort verwechselt, haben aber sehr oft noch keinen sinnhaften Bezug. Die Sprachentwicklung bei Kindern ist in dieser Phase besonders spannend, da sich entweder das Laufen oder das Sprechen entwickelt, selten gibt es  Kinder die beides gleichzeitig erlernen.
  • Endlich ist es soweit – das erste Wort! Um das erste Lebensjahr sprechen Kinder in der Regel das erste Wort. Im Normfall kommen die ersten Worte zwischen 10 und 18 Monaten, jedoch sind auch hier die Angaben schwierig. Manche Quellen geben die ersten Worte zwischen 9 und 24 Monaten an, andere zwischen 10 und 15 Monaten … Da scheiden und streiten sich die Geister. Wichtig ist, dass Sie Ihr Kind beobachten. Versteht Ihr Kind schon kleine Aufforderungen? Kann es vielleicht motorisch schon sehr viel? Bekommt es viele freudvolle Aufforderungen sprachlich aktiv zu werden?
  • Der Ein-Wort-Satz ist der erste Satz den Ihr Baby spricht. „Mama!“ kann heißen, dass es Hunger hat oder vielleicht eine frische Windel möchte. Einhergehend können Sie bei Kindern in diesem Alter einen besonders großen Drang zur Nachahmung beobachten. So versucht das Kind viele Worte die Sie Ihm vorsprechen, nachzusprechen (Echolalie). Spielerisch vergrößern die Kinder so Ihren Wortschatz. Natürlich dauert es ein Stück, bis das gehörte Wort dann  gesprochen wird. Kinder verstehen ein Wort immer bevor sie es sprechen können. So geht es Ihnen mit Fremdsprachen auch, oder? Sie verstehen mehr, als Sie sprechen können.
  • Zwischen dem 18. und 24 Monat sollte Ihr Kind circa 50 Worte sprechen können. Dazu zählen natürlich auch Worte, die noch nicht richtig ausgesprochen werden oder eigentlich nicht im Duden auftauchen. So sind „WauWau“, „TickTack“ oder „DeiDei“ auch Wörter.
  • Das 1. Fragealter beginnt um das 2. Lebensjahr. Die Kleinen fragen Ihre ersten Fragen . „Is’n das?“ und ähnliche Fragen gehören jetzt zum Alltag.
  • Mi 2,5 Jahren beginnt Ihr Kind sich immer mehr und immer intensiver mit Sprache zu beschäftigen. So benutzt es nun langsam aber sicher das Wort „ich“. Oft dauert es ein Stück, bis Ihr Kind das kleine Wörtchen sicher benutzen kann. Mit neuen, unbekannten Dingen gehen Kinder sprachlich kreativ um. Diese Kreativität bringt uns Erwachsene ab und an auch zum Schmunzeln. Kinder versuchen Dingen, die sie noch nicht im Wortschatz haben, einen eigenen Namen zu geben. Man spricht auch von einer Wortneuschöpfung (Neologismus). In unserem kostenlosen E-Book finden Sie einige Beispiele und Erklärungen dazu. Im Folgenden zwei kleine Beispiele für kindliche Wortneuschöpfungen, wie sie auch wirklich gesagt wurden.

                        „Der Mann hat Mannhaare!“ – Bart

                        „Mutti! Ich habe Entenstrahlen!“ – Gänsehaut

  • Wenn Ihr Kind circa 3 Jahre alt ist, beginnt das 2. Fragealter. Dieses Fragealter tritt bei den meisten Kindern mehr oder weniger stark auf. Es gibt auch Kinder, die das Fragealter nur ganz schwach oder gar nicht durchlaufen. Gekennzeichnet ist diese Entwicklungsphase von den „Warum-Fragen“ Ihres Kindes. Ihr Kind fragt Sie warum etwas so ist, wie es ist. Auch wenn Sie manche Fragen manchmal als weniger sinnvoll erachten, so ist doch Ihre Ruhe, Ausgeglichenheit und Ausdauer gefragt. Wie Sie mit dem 2. Fragealter umgehen sollten und wie die Sprachentwicklung bei Kindern weitergeht, erfahren Sie in unserem E-Book.

 

Sprachentwicklung bei Kindern – 11 wichtige Regeln

Die einfachsten Mittel und Wege um die Sprachentwicklung Ihres Kindes von Beginn an zu unterstützen, sind einfache aber wichtige Regeln zur Kommunikation mit Kindern. Jedes Kind ist in seiner Entwicklung individuell, ab 3 Jahren können Sie die Sprachentwicklung Ihres Kindes  natürlich mit der Schnatterkiste sehr positiv und nachhaltig unterstützen. Nachfolgend erfahren Sie die 11 wichtigsten Grundregeln für den optimalen sprachlichen Umgang mit Kindern. Ein kleines Beispiel vorweg:

Haben Sie schon einmal in einem Kaufhaus angerufen und folgenden Satz gesagt:  „Hallo, meine Name ist Frau Mustermann. Ich möchte die gelbe Bluse von Seite 36 mit der Artikelnummer 3425 nicht bestellen.“ Sicher nicht?! Haben Sie Ihrem Kind im Gegenzug schon einmal gesagt, was es nicht tun soll? „Du sollst nicht rennen …!“ oder „Du sollst nicht auf der Treppe spielen“?  Gerade für Kinder ist es wichtig,  klare, deutliche Aussagen zu hören. Schließlich ist es einfacher, wenn Kinder  (und Erwachsene) wissen,  was genau sie machen sollen. Für alle, die dies jetzt kritisch hinterfragen sei gesagt, dass dies natürlich nicht immer 100%-ig umsetzbar ist.

  1. Sagen Sie Ihrem Kind was es tun sollen, und sagen Sie ihm nicht, was es nicht tun soll!
  2. Wichtig ist WAS Ihnen Ihr Kind sagen möchte, und nicht WIE es Ihnen etwas sagt.
  3. Freundlicher Blickkontakt, Zunicken und wirklich interessiertes, einfühlsames Zuhören bestärken Ihr Kind in seinen sprachlichen Versuchen. – Kinder sind vollwertige Gesprächspartner.
  4. Unterstützen Sie die Sprachentwicklung bei Kindern, indem Sie Kindern ein gutes sprachliches Vorbild sind.
  5. Lassen Sie Ihr Kind niemals nachsprechen und tadeln Sie es keinesfalls, wenn es etwas falsch spricht oder noch nicht aussprechen kann.
  6. Geben Sie Ihrem Kind die Liebe, Annerkennung und Wertschätzung, die es braucht.
  7. Wiederholen Sie falsch Gesprochenes, wenn es sprachlich passt, mit Ihren eigenen Worten, im neuen Zusammenhang richtig.
  8. Achten Sie auf Ihr Kind und nehmen Sie auch Störungen unvoreingenommen und möglichst unbefangen an.
  9. Beschreiben Sie aktiv Handlungen und Gefühle. Aber niemals nach „Schema F“, nutzen Sie stets Ihre eigenen Worte.
  10. Sprachfreiraum und Selbstgespräche?! Warum das eigene Handeln nicht ab und an auch mal selbst kommentieren, wenn es zur Situation passt und nicht aufgesetzt wirkt. Dies unterstützt die Sprachentwicklung bei Kindern nachhaltig. Sprachfreiraum – einfach mal den Mund halten können und Zweisamkeit genießen.
  11. Spielen, Lernen und Entdecken …

 Sprachentwicklung bei Kindern … ab 3 Jahren mehr in Teil 2

Das Poster „Die Sprachpyramide“ stellt die kindliche Sprachentwicklung auf übersichtliche Weise dar und ist ideal für Kindergärten, Therapeuten und interessierte Eltern geeignet. Ab dem dritten Lebensjahr begleitet die Schnatterkiste Ihr Kinder spielerisch bei der Sprachentwicklung und wächst mit Ihrem Kind mit.

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