Selbstbewusstsein für Kinder

Geschrieben von:Pakimo auf . Veröffentlicht in Allgemein, Kindergarten, Sprachförderung

Selbstbewusstsein für Kinder – Selbstbewusstsein ist gerade für Kinder eine wichtige Grundlage für ein glückliches und erfolgreiches Leben. „Sich wehren“ – das lernen Kinder nicht durch den gutgemeinten Tipp der Eltern „Wehr dich doch“, sondern durch andere Mittel und Wege. Was der Satz „Wehr dich doch einfach!“ und ähnliche Sätze wirklich in Kindern auslösen, erfahren Sie in diesem Artikel. Gerade in der heutigen Zeit ist es vielen Eltern besonders wichtig, dass Selbstbewusstsein Ihrer Kinder auf gesunde Art und Weise zu stärken. Hier erfahren Sie die wichtigsten Tipps und was Sie ganz einfach tun können um das Selbstbewusstsein für Kinder zu stärken.

Warum „Dann wehre Dich doch einfach!!“ nicht förderlich ist …

Max ist auf dem Spielplatz und möchte wippen. Nachdem er fast 10 Minuten gewartet hat, bis ein Platz auf der Wippe frei wird, freut er sich auf das Wippen. Als er sich gerade auf den freien Platz setzen möchte, schubst ihn ein Kind und drängelt sich vor. Max ist unschlüssig und wartet in der Nähe der Wippe. Endlich ist ein Platz frei und Max möchte mit Ines wippen. Nach einer halben Minute wird Max von einem anderen Kind von der Wippe gezogen. Max beschließt zu schaukeln. Als Max sieht, dass es noch genau eine freie Schaukel gibt, zu der gerade ein anderes Kind aufbricht, beschließt er lieber im Sandkasten zu spielen. Max holt sich einen Eimer und eine Schaufel und beginnt zu spielen. Eine Minute später sitzt Max, am Rand des Sandkastens und schaut zwei anderen Kindern beim Spielen mit seinen Sachen zu. Und nun? „Dann wehr Dich geinfach!“?

Für Max ist es sicher alles andere als einfach sich zu wehren. Gern würden die Eltern von Max ein selbstsicheres Auftreten bei ihrem Kind beobachten. Ein Sieg würde sie beruhigen. Doch Selbstbewusstsein für Kinder lässt sich nicht einfordern, auch nicht mit dem Satz „Dann wehr dich doch!“. Das Gegenteil ist oft der Fall. Max sind vorallem seine Misserfolge im Umgang mit Gleichaltrigen bewusst, zusätzlich wird er von Erwachsenen noch darauf hingewiesen. Seine Eltern meinen es gut, und doch wird Max dadurch klar, was er nicht kann und so gern können würde. Der Satz „Dann wehr Dich doch einfach!“ aktiviert nicht seinen Mut, sondern die Angst wieder in dieser Situation den Kürzeren zu ziehen. Er verknüpft dies nicht mit Mut und Selbstvertrauen, sondern eher mit negativen Impulsen. Oft wird dadurch der direkte Weg gegenüber anderen selbstbewusst aufzutreten blockiert. Selbstbewusstsein für Kinder, in diesem Fall für Max, muss also über andere Wege zustande kommen.

Selbstbewusstsein für Kinder – Wie traut sich mein Kind zu handeln?

Wie kann mein Kind solche Ängste überwinden? Wie kann ich mein Kind  unterstützen? Wie kann man Selbstbewusstsein für Kinder fördern? Solche Fragen beschäftigen viele Eltern und oft kommt einem, wie antrainiert, der Gedanke, dem Kind etwas abzunehmen oder es aufzufordern sich aktiv zur Wehr zu setzen. Doch wie geht es vielleicht sogar besser und nachhaltiger zum Wohle Ihres Kindes?

Oft ist es ratsam, den Ort (Bsp: Spielplatz) den das Kind mit dem Misserfolg verbindet, zu neuen Zeiten aufzusuchen. So könnte Max mit seinen Eltern beispielsweise nicht nachmittags, sondern vormittags den Spielplatz besuchen. Zu dieser neuen Zeit ist der Andrang auf dem Spielplatz vielleicht nicht ganz so groß und Max kann sich in aller Ruhe mit der Umgebung auseinandersetzen. Vielleicht begleiten die Eltern von Max ihn anfangs auch zur Wippe oder Schaukel.

Sollten dann doch mehr Kinder das Gleiche spielen wollen, ist es ratsam alle in ein kleines freundliches Gespräch einzubeziehen. Gerade das faire Abwechseln sollte Kindern vorgeschlagen werden.

Max geht mit drei Kindern, über die er sich auf dem Spielplatz oft ärgert, gemeinsam in den Kindergarten. Laden Sie diese Kinder doch auch einmal zum Kindergeburtstag ein. Oft haben es Kinder zuhause leichter sich durchzusetzen. Hier können Kinder  durch die gewonnenen Erfahrungen ein großes Maß an Sicherheit und Selbstvertrauen erlangen.

Oft haben Menschen das vor Augen, was sie weniger gut können. Auf unsere Stärken müssen wir oft aufmerksam gemacht werden. Dies betrifft genauso Kinder, die sich in einer Sache unsicher sind und vielleicht sogar Angst haben. Max ist ein sehr guter Fussballspieler und Fahrradfahrer, besonders gut kann er auch Malen. Diese Stärken sollten Max vermittelt und zusätzlich weiter gefördert werden- denn Sie vermitteln eine Menge Sicherheit. Jedoch sollten die Stärken nicht genutzt werden, um die Schwächen herunterzuspielen.

Geduld ist besonders bei Eltern gefragt. Selbstbewusstsein entwickelt sich nicht über Nacht.

Selbstbewusstsein für Kinder stärken …

Oft werden sogenannte „Bannbotschaften“, meist unabsichtlich ausgesprochen. Was sind Bannbotschaften? Bannbotschaften sind Botschaften, die sich Menschen quasi ins Gehirn brennen. Im schlimmsten Fall wirken sich diese Botschaften sehr negativ auf das Selbstbewusstsein für Kinder aus. Auch Kinder nehmen solche Mitteilungen unbewusst wahr und werden unsicher oder geraten ins zweifeln. Einige Beispiele für Bannbotschaften sind:

„Du schaukelst zu hoch und fällst noch runter!“
„Das schaffst Du nicht!“
„Gib mir das! Ich mach das schnell für Dich!“
„Du gibst Dir nie Mühe!“
„Halt dich bitte fest, das ist zu gefährlich für Dich!“
„Komm mir bloß nicht zu nahe!“
„Du bist böse, ich will Dich nicht mehr sehen!“

Hört ein Kind solche Aussagen immer wieder, wird sein Selbstwertgefühl untergraben. Es verliert den Mut am Probieren und fühlt sich vielleicht sogar als Versager. Neues wird nicht versucht und Herausforderungen erscheinen schier unüberwindbar. Ein Teufelskreis. Psychologen nennen diesen Effekt erlernte Hilflosigkeit. Oft passiert es, dass, wenn sich solche Botschaften erst einmal im Kopf verankert haben, es wirklich zu Misserfolgen kommt und diese dann als „selbsterfüllende Prophezeiung“ eintreten. Das Kind wird unsicher und erinnert sich nur an die Missgeschicke. Selbstbewusstsein für Kinder unterstützen Sie mit positiven Formulierungen.
Positive Formulierungen helfen Ihnen und Ihren Kindern. „Schön, wie toll du Dich schon festhalten kannst“ klingt für ein Kind viel attraktiver als „Das ist noch zu gefährlich für Dich!“. Dabei haben Sie als Eltern trotzdem den Hinweis versteckt, dass sich Ihr Kind beispielsweise gut festhalten soll. Sagen Sie Ihrem Kind nicht was es nicht tun soll oder nicht kann, sondern immer was es tun soll oder gut kann. So fördern Sie Selbstbewusstsein für Kinder ganz einfach und konstant.

Die Eltern haben immer Recht – Wirklich immer?

Zumindest Kinder glauben das uneingeschränkt. „Meine Eltern haben Recht, weil Sie nur das Beste für mich wollen und mich vor Unheil schützen!“ So denken Kinder. Dies erlaubt neben einer Reihe von positiven Effekten, natürlich auch negative. Selbstbewusstsein für Kinder wird also zu einem Großteil durch die Eltern etabliert.

„Du kannst ja nie etwas richtig machen!“ oder „Immer lässt du Deine Spielsachen herumliegen!“ Diese kleinen Wörtchen „immer“ und „nie“ nehmen Ihre Kinder unbewusst wahr und glauben Ihnen letztendlich voll und ganz! Doch macht das Kind beispielsweise wirklich nie etwas richtig? Wenn Kinder dies zu oft hören, glauben sie es letzten Endes auch – das Selbstwertgefühl sinkt unterbewusst.

Selbstbewusstsein für Kinder spielerisch stärken …
Ein beliebtes Spiel zur Verbesserung verschiedener Fähigkeiten ist unsere Spielesammlung „Findeflink„. In dieser Spielesammlung erlernt Ihr Kind in fünf verschiedenen Spielen mit verschiedenen Schwierigkeitsgraden umzugehen. Spielerisch wird so beispielsweise die „Freude am Scheitern“ geschult.  Lesen Sie hier einen Testbericht zum Spiel.

„Hilf mir es selbst zu tun.“

 

 

Ähnliche Artikel

Tags:

Trackback von Ihrer Website.

Kommentar verfassen

Jetzt Kostenlos herunterladen!
und sofort loslegen