Widerspruch!

Geschrieben von:Pakimo auf . Veröffentlicht in Allgemein, Erziehung

Mein Kind hört nicht

Zimmer aufräumen, Zähne putzen und ins Bett gehen, bei solchen oder ähnlichen Dingen hört man oft den ein oder anderen sagen: Mein Kind hört nicht! Die Ursachen hierfür sind von Kind zu Kind verschieden und natürlich auch ein Stück weit absolut normal. Für einige Eltern kann es jedoch sehr belastend sein, wenn der Nachwuchs ab und an einfach macht was er möchte und die elterlichen Anweisungen gänzlich missachtet. In diesem Artikel erhalten Sie die grundlegendsten Tipps, wie Sie gegenüber Ihrem Kind angemessen reagieren können. Natürlich eignen sich diese Hinweise auch um vielleicht einmal etwas Neues auszuprobieren. Mein Kind hört nicht? Hier unsere 12 Tipps…

Mein Kind hört nicht – Darauf sollten Sie achten:

Eins noch vorweg, diese Tipps treffen nicht in jeder Situation gleichstark zu. Jedes Verhalten Ihres Kindes verlangt eine individuelle Reaktion, die Sie als Eltern natürlich am besten beurteilen können. Hier also einige Anregungen:

  1. Gespräche sollten stets auf Augenhöhe erfolgen – So merkt Ihr Kind, dass es Ihnen wirklich ernst ist. Das Gespräch zwischen Tür und Angel, im Vorbeigehen oder schreiend von Raum zu Raum wird seine Wirkung im Regelfall schwerer entfalten. (Blickkontakt)
  2. Positive Aufmerksamkeit erleichtert das Einhalten von Regeln und Pflichten.  – Wenn Sie sich wirklich für das Tun Ihres Kindes interessieren, wird Ihr Kind dieses ernstgemeinte Interesse spüren und eine Kommunikation kann sich vielleicht sogar nur dadurch schon viel angenehmer gestalten.
  3. Probleme brauchen Zeit und die nötige Ernsthaftigkeit. – Natürlich haben Ihre Kinder andere Probleme als Sie. Diese Probleme scheinen Ihnen vielleicht manchmal sogar sehr einfach und leicht, jedoch sind sie für Ihr Kind absolut echt. So kann auch Unlust das Zimmer aufzuräumen absolut real sein. Wichtig ist zu lernen, dass auch das getan werden muss, was vielleicht weniger Spaß macht. Finden Sie gemeinsam mit Ihrem Kind Lösungen dafür, vielleicht macht es ja irgendwann sogar Spaß?!
  4. Klare und deutliche Ansagen machen es Ihnen und Ihrem Kind leichter. – Es ist nicht sinnvoll, Dinge zehnmal zu wiederholen. Es ist besser Dinge ein- oder zweimal mit liebevoller und zugleich fester Stimme zu sagen. Dabei sollten Sie unbedingt darauf achten, dass Ihnen Ihr Kind auch zugehört hat. Blickkontakt, Berührungen und Aufmerksamkeit des Kindes unterstützen den Prozess des Verstehens immer.
  5. Ihre Stimme macht Sie glaubwürdig. – Um mit einer Stimme zu überzeugen, sollten Sie nicht schreien. Laut bedeutet nicht überzeugen. Außerdem sollten ihre Aussagen nicht wie eine Frage klingen. Üben Sie dies vielleicht sogar einmal gemeinsam mit Ihrem Partner und lassen Sie sich eine ehrliche Rückmeldung zu Ihrem stimmlichen Auftreten geben.
  6. Streichen Sie „Okay!?“ am Ende von Aufforderungen. – „Komm wir gehen nach Hause, okay?“ könnte Ihr Kind gegebenenfalls nicht überzeugen. Es wird sich vielleicht sogar weigern mit Ihnen nach Hause zu gehen, da Sie Ihm unbewusst das Gefühl der Mitentscheidung eingeräumt haben. Mein Kind hört nicht, gilt also nicht, wenn es selbst entscheiden darf.
  7. Wenn sich Ihr Kind weigert, muss es lernen, dass Konsequenzen drohen. – Diese Konsequenzen sollten auch gewissen Kriterien entsprechen. Konsequenzen sollten für Kinder zeitnah, logisch und nachvollziehbar sein. Wenn Kinder Konsequenzen nachvollziehen können lernen sie auch besser etwas daraus.
  8. Überlegen Sie sich in einem ruhigen Moment mögliche Konsequenzen die Sie Ihrem Kind aufzeigen können, wenn es nicht hören möchte. Das Wichtige hier sollte sein, dass die Konsequenzen möglichst gut in Ihren Alltag passen und Ihr Kind interessieren. Die Zeit, die Sie hierfür einmalig investieren lohnt sich, da Ihnen so noch mehr  gute Reaktionsmöglichkeiten zur Verfügung stehen. (Die Drohung, dass Sie den Fernseher aus dem Fenster schmeißen, könnte sich also gegebenenfalls als wirkungslos erweisen)
  9. Loben Sie die Kooperation Ihres Kindes – Wenn etwas gut klappt sollten Sie dies Ihrem Kind auch ab und an auf Ihre Art und Weise mitteilen. „Ich freue mich, wie toll Du Dein Zimmer aufgeräumt hast!“ So motivieren Sie Ihr Kind beispielsweise auch lästige Dinge zu erledigen.
  10. Entschärfen Sie Ihre Sicht auf die Sache ein stückweit. – Nicht jedes Vergehen Ihres Kindes ist, wenn man es aus etwas Distanz betrachtet, eine markerschütternde Missachtung Ihrer Regeln. Eine gesunde Portion Humor und Lockerheit kann so manche Situation deutlich angenehmer, jedoch nicht lächerlich, machen!
  11. Auch wenn es mal eskaliert: Behalten Sie sich im Griff. – Von Ihnen lernt Ihr Kind jede Menge. Deswegen sollten Sie versuchen, so gut es geht auch in schwierigen Situationen die Ruhe zu bewahren. Atmen Sie tief durch oder warten Sie einen kurzen Moment bevor Sie reagieren.
  12. Vergleichen Sie Ihr Kind nicht! – „Kannst du das nicht auch so ordentlich aufräumen wie dein Bruder?“ oder „Warum hast du das nicht so gut geschafft wie der Rest deiner Klasse?“ Vergleich erzeugen Widerstand.

Wenn ein Kind nicht hört, hat das ganz individuelle Gründe. Nicht in jedem Fall sind es tiefgreifende Erlebnisse, denn ein gesundes Austesten der Grenzen und das Hinterfragen mancher Dinge zeichnet Ihr Kind auch aus. Nicht immer ist der Spruch „Mein Kind hört nicht!“ also passend. Bei wirklich schwerwiegenden Problemen, bei welchen Sie merken, dass Sie an Ihre Grenzen kommen, sollten Sie sich eine professionelle Unterstützung suchen. Beispielsweise können Sie den Erzieher im Kindergarten um Rat und Feedback bitten.

Im Download-Bereich können Sie sich eine Liste „Mein Kind hört nicht – Formulierungshilfen“  als PDF herunterladen.
Hier können Sie sich den Artikel „Mein Kind hört nicht“ als PDF herunterladen: Mein Kind hört nicht

Sie haben noch Fragen zum Thema „Mein Kind hört nicht“, dann schreiben Sie uns einfach eine E-Mail an info@pakimo.de.

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